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Pauschal gesagt ist die Welt ein sicherer Ort für weiße Menschen und deswegen braucht es die Etablierung von geschützte(re)n Räumen (Safer Spaces), in denen weiße Menschen nicht selbstverständlich über den Raum verfügen können. Manchmal ist allein die Anwesenheit verletzend, und das gilt es zu akzeptieren, anstatt infrage zu stellen. Personen, die Rassismus erleben, möchten nicht selbstverständlich als „Lexikon“ über Rassismus angesprochen werden. 

Was sind Safer Spaces? 

„Ein Platz, wo alle sich entspannen und sie selbst sein können, ohne Angst, sich unkomfortabel, unwillkommen oder bedroht zu fühlen, aufgrund ihres biologischen Geschlechts, race/Ethnizität, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, kulturellem Hintergrund, Alters oder physischer oder geistigen Fähigkeiten“ (Hansen, 2012). In solchen Räumen können Diskriminierungserfahrung geteilt werden, ohne sich rechtfertigen zu müssen, ohne Aufklärungsarbeit leisten zu müssen, ohne in Frage gestellt zu werden. 

In Safer Spaces können Schwarze Menschen, People of Colour und Indigenous People Erfahrungen austauschen und Wege des gegenseitigen Empowerments suchen. Deswegen basieren Safer Spaces auf dem Empowermentkonzept.  Empowerment ist also eine Widerstandsform gegen Rassismus. Zentral sind Räume, in denen das Artikulieren und der Austausch von Rassismuserfahrungen, Solidarisierung, Politisierung und Emanzipation als auch das Entwickeln von widerständigen Handlungspraktiken ermöglicht und unterstützt wird (vgl. Scharathow, 2014).

Um den Empowermentansatz in Einrichtungen implementieren zu können, braucht es zunächst ein Bewusstsein dafür, warum Empowerment notwendig ist.  Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung sind für viele Ratsuchende, aber auch Mitarbeiter:innen alltägliche Lebensrealität und ständiger emotionaler Stress. Studien haben belegt, dass rassistische Diskriminierung zu schwerem Schaden am Selbstwertgefühl von Personen führen kann und in manchen Fällen zu erlernter Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühlen führt. 

“Safer Spaces werden spezielle (physische) Räumen genannt. In diesen Räumen geht es darum, sich auszutauschen, (Erfahrungen) zu teilen, sich zu treffen. Wichtig an diesen Räumen ist, das sie versuchen sicherer zu sein. Sicherer, weil nichts 100% sicher ist, es aber Bemühungen gibt Diskriminierungen bewusst abzubauen. Das passiert auch dadurch, dass diese Räume von und für Betroffene geschaffen werden. So gibt es z.B queere Safer Spaces, Safer Spaces für Schwarze Menschen, Safer Spaces für Menschen mit Behinderung(en) usw.”

(Quelle: Migrationsrat.de)

Für die pädagogische Praxis bedeutet Empowerment, formuliert in Anlehnung an Maria Kechaja „Was ist Empowerment?“ 

  • in Räumen zu sein, in denen die eigene Identität nicht in Frage gestellt wird,
  • in Räumen zu sein, in denen Diskriminierungserfahrungen ausgetauscht werden können,
  • Anerkennung zu finden,
  • sich der eigenen Fähigkeiten bewusst werden,
  • einen eigenen Umgang mit Diskriminierung zu finden,
  • den eigenen Ausdruck zu finden (z.B. durch Kreativität),
  • sich zu vernetzen,
  • marginalisierte Perspektiven sichtbar zu machen,
  • Wissen über Diskriminierung zu erlangen,
  • Solidarität erlebbar zu machen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Publikation: “Handreichung: „Handlungsleitende Prinzipien. Safer Spaces für Schwarze Menschen, People of Colour und Indigenous People schaffen. Reflexionsräume für weiß positionierte Menschen initiieren” Weitere Informationen finden Sie hier

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