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Betzavta! Miteinander leben, lernen und gestalten
„Betzavta!“ schafft einen Raum, in dem Menschen mit jüdischer Einwanderungsgeschichte ihre Erfahrungen und Positionen in gesellschaftliche Diskurse einbringen.

Das Projekt „Betzavta! Miteinander leben, lernen und gestalten“ fördert das demokratische Miteinander und stärkt das zivilgesellschaftliche Engagement von Menschen mit jüdischer Einwanderungsgeschichte in Köln. Ziel ist es, ihre Perspektiven und Erfahrungen in den öffentlichen Dialog über Zusammenleben, Vielfalt und Demokratie einzubringen und zugleich neue Formen der Begegnung und Teilhabe zu schaffen. Der Verein Weltmusik-, Klezmer- und Ästhetik Akademie e.V. agiert seit 2004 als interkulturelles Zentrum und bringt langjährige Erfahrung in der kulturellen und bildungspolitischen Arbeit mit.

Inhaltlich verbindet das Projekt künstlerische, bildungspolitische und dialogorientierte Formate. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit Themen wie Heimat und Heimweh, Ausschluss und Zusammenhalt oder Gegeneinander und Miteinander – Themen, die sowohl biografische Migrationserfahrungen als auch gesellschaftliche Fragen nach Zugehörigkeit und Solidarität berühren. In Workshops und Veranstaltungen werden Kunst, Musik, Literatur und Film als Medien des Dialogs eingesetzt, um jüdisches Leben in seiner Vielfalt sichtbar zu machen und Vorurteile abzubauen.

Hauptzielgruppe sind Menschen mit jüdischer Identität unterschiedlicher Generationen, insbesondere Zugewanderte aus Osteuropa und der Ukraine. Darüber hinaus richtet sich das Projekt an Multiplikator:innen aus Bildung, interkultureller Arbeit, Schulen, Jugendhilfe und Ehrenamt sowie an interessierte Bürger:innen im Kölner Sozialraum sowie in weiteren Städten in NRW. NRW und insbesondere Köln ist aufgrund der Vielfalt und der zahlreichen interkulturellen Zentren ein idealer Standort. Hier leben viele Menschen mit Migrationserfahrung, zugleich bestehen Spannungen und Unkenntnis gegenüber jüdischem Leben. Das Projekt wirkt diesem Defizit durch konkrete Begegnung und gemeinsames Gestalten entgegen.

Das Projekt folgt einem partizipativen und empowernden Ansatz. In vorbereitenden Workshops erwerben die Teilnehmenden Kompetenzen in Moderation, Präsentation und Medienarbeit. Aufbauend darauf entwickeln sie eigenständig Themen und Formate für Informations- und Diskussionstage, bei denen Kunst und Kultur als Ausdruck gesellschaftlicher Teilhabe dienen. Parallel dazu werden Multiplikator:innenschulungen zu Antisemitismusprävention, Diversität, Ambiguitätstoleranz und Demokratiebildung durchgeführt. Durch diesen kombinierten Ansatz aus Qualifizierung, Partizipation und öffentlicher Sichtbarkeit wird Demokratie als gemeinsame Praxis erlebbar gemacht.

Das Projekt ist auf ein Jahr mit der Perspektive auf Verlängerung angelegt:

  • Bis März 2026: Bildung der Projektgruppe (ca. 10 Personen), Durchführung erster Schulungen, Aufbau der Kooperationsstruktur.
  • Bis April 2026: Entwicklung der Themenschwerpunkte, Abschluss von mindestens sechs Kooperationsvereinbarungen mit Bildungs- und Kulturinstitutionen, Planung der Veranstaltungsreihe.
  • April – November 2025: Durchführung von acht monatlich stattfindenden Informations- und Diskussionstagen (abwechselnd in der Stadt Köln und weiteren Städten in NRW), begleitend Evaluation und Dokumentation.
  • November – Dezember 2026: Erstellung der Projektdokumentation und Abschlussveranstaltung.
  • Zielerreichung

Die Wirksamkeit des Projekts wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien überprüft. Dazu zählen:

  • Teilnehmendenzahlen: Mindestens 500 Personen nehmen an Veranstaltungen, Workshops oder Schulungen teil.
  • Kooperationen: Abschluss von mindestens acht Partnerschaften mit Organisationen, Schulen und interkulturellen Zentren.
  • Evaluation: Einsatz standardisierter Feedbackbögen, Teilnehmendengespräche und Auswertungen nach jeder Veranstaltung.
  • Multiplikation: Veröffentlichung eines Methodenhandbuchs und Präsentation der Ergebnisse im Rahmen der Abschlussveranstaltung 2026.
  • Nachhaltigkeit: Fortführung der entstandenen Netzwerke und Integration der entwickelten Formate in bestehende Bildungsprogramme.
Bedeutung und Wirkung:

„Betzavta!“ schafft einen Raum, in dem Menschen mit jüdischer Einwanderungsgeschichte ihre Erfahrungen und Positionen in gesellschaftliche Diskurse einbringen. Sie werden nicht als Zielgruppe der Hilfe, sondern als handelnde Akteur:innen wahrgenommen. Das Projekt stärkt ihre Selbstwirksamkeit, fördert demokratische Kompetenzen und eröffnet der Mehrheitsgesellschaft neue Perspektiven auf jüdisches Leben heute. Durch die Verbindung von kulturellem Ausdruck, Dialog und Bildung entsteht ein praxisnahes Demokratieerleben: Menschen begegnen sich, reflektieren unterschiedliche Sichtweisen und gestalten gemeinsam. Damit leistet das Projekt einen nachhaltigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements in einer vielfältigen Stadtgesellschaft.

Ansprechperson:
Elizaveta Khan
Projekt von:
Gefördert durch:
Förderhinweis
Ziel ist es, ihre Perspektiven und Erfahrungen in den öffentlichen Dialog über Zusammenleben, Vielfalt und Demokratie einzubringen und zugleich neue Formen der Begegnung und Teilhabe zu schaffen. Der Verein Weltmusik-, Klezmer- und Ästhetik Akademie e.V. agiert seit 2004 als interkulturelles Zentrum und bringt langjährige Erfahrung in der kulturellen und bildungspolitischen Arbeit mit.

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