Am 02.03. ging es bei uns im #Integrationshaus um „Postkoloniale Perspektiven auf Integration“. Neben den historischen Hintergründen, die wir uns alle noch einmal ins Gedächtnis rufen konnten, haben wir über den konkreten Transfer in unsere Tätigkeitsfelder gesprochen.

Wie kann ich postkoloniale Perspektiven in meiner Arbeit mitdenken? Wie kann ich kritisch mit dem System rund um den Begriff „Integration“ umgehen? Wie begünstige ich mit meinem Verhalten einseitige Machtverhältnisse und was kann ich tun, um dies in Zukunft zu vermeiden? Wo bin ich ganz persönlich im in den vorhandenen Machtverhältnissen positioniert und was ergibt sich daraus für mich? All das sind Fragen, mit denen wir uns beschäftigen konnten. Wir danken der Workshopleitung Alina Symanzik und Johannes Schweitzer für den spannenden Workshop.

# criticalwhiteness # noahsow # tupokaogette # exitracism #postkolonialismus # integrationshaus

Zum Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus diskutierten wir die die mögliche Ausrichtung der Europapolitik – in Anbetracht der Herausforderungen unserer Zeit und unter dem besonderen Augenmerk auf ein Europa für Alle.

Herzlichen Dank an alle Engagierten, die die Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2019 möglich gemacht haben❤️
#IWgR

Am letzten Samstag, dem 26.01.2019, haben wir unsere Workshopreihe mit dem Motto „Unser Kopf ist rund, damit unser Denken die Richtung ändern kann“ gestartet! Fünf weitere Male werden wir uns mit verschiedenen Themen der politischen Bildungsarbeit auseinandersetzen.

Den Auftakt bildete ein Workshop zum Thema „Antisemitismus und politische Bildungsarbeit – Schwerpunkt Neue Rechte“. Angeleitet durch Mitarbeitende der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus gab es sowohl einen angeregten inhaltlichen, als auch methodischen Austausch.

Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen des Antisemitismus bildete den Einstieg in das Thema. So wurden unter anderem sowohl der israelbezogene Antisemitismus im Kontext des Nah-Ost Konflikts als auch der sekundäre Antisemitismus behandelt. Neben dem Benennen der Erscheinungs- und Organisationsformen wurde der Fokus auf Antisemitismus als Alltagsphänomen gerichtet. Hierbei wurde besonders deutlich, dass Antisemitismus ein aktuelles Thema ist, das sich in unterschiedlichen Formen durch alle Gesellschaftsschichten zieht.

Während des eintägigen Workshops nahm der rege Austausch unter den motivierten Teilnehmenden großen Raum ein und führte, zusammen mit der kompetenten Moderation und Gestaltung durch die Seminarleitung, zu einem kurzweiligen und gewinnbringenden Workshop. Es wurde sehr deutlich, dass es in einem so komplexen Themenbereich keine einfachen Antworten gibt und dass es sich lohnt, sich weiter zu informieren und achtsam gegenüber antisemitischen Äußerungen und Handlungen zu sein.

Für alle, die in der Bildungsarbeit aktiv sind und sich in Zukunft weiter mit dem Thema beschäftigen wollen, möchten wir auf die Seite  https://www.anders-denken.info/ aufmerksam machen. Dort finden sich zu diesem Thema eine Übersicht mit Informationen und Methoden für die Arbeit mit Jugendlichen.

Unser großes Dankeschön geht an die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIGA e.V.)!

Der Bilz-Preis 2018 geht an das Integrationshaus e.V.!

Am 14.11.2018 wurden wir mit dem Bilz-Preis und 5000,00 € Preisgeld ausgezeichnet. Die Bilz-Stiftung bedenkt seit 1998 die gemeinnützige Initiativen, die für Völkerverständigung und Minderheiten eintreten.

Der Preis ist eine Anerkennung für unseren Einsatz – für eine gerechte Gesellschaft der Vielfalt!
Wir freuen uns sehr darüber und bedanken uns vor allem bei allen Unterstützer*innen, allen Mitarbeitenden und Mitgestaltenden sowie den wunderbaren Besucher*innen unserer Einrichtung!

Elizaveta Khan und ihre Rede am 14.11.2018

Einen wunderschönen guten Abend zusammen!  Lieber Herr Bilz, liebe Mitglieder des Vorstands der Bilzstiftung, liebe Frau Schayani, liebe Gäste und liebes In-Haus-Team!

Vielen Dank – vielen Dank für diese Auszeichnung und die Wertschätzung unseres Tuns. Wir sind fröhlich, überrascht und sehr glücklich, dass unsere an sich wirklich kleine und junge Organisation den Weg in Ihr Blickfeld und in Ihr Herz gefunden hat!

Wir werden heute für unsere Arbeit und unser Engagement ausgezeichnet und ich möchte einen kleinen Blick in die Zukunft wagen.

Kommen wir zunächst zum Preisgeld – dieses möchten wir für unsere Ausstattung verwenden, in dem wir alle Räume mit gemütlichen und praktischen Stühlen versehen – dann klappt´s auch mit dem Genitiv.

Schon immer, aber besonders gerade, beschäftigt uns die Frage – wie kann es weitergehen? Oft werden wir gefragt – ja, was macht ihr denn im Integrationshaus? Wir antworten: Die Welt verbessern! Und damit meinen wir, die Welt gerechter zu machen – für alle!

Und diesen Wunsch, etwas zum Guten zu bewegen, den hatten wir von Anfang an. Es stand für uns immer außer Frage, das sich für etwas Gutes einzusetzen immer richtig ist. Václav Havel, der Menschenrechtler, Revolutionsführer und Staatspräsident, träumte schon als Kind davon, dass Fabriken nicht Güter, sondern das „Gute“ herstellen sollten. Seine Botschaft, die sich in der Charta 77 wiederfindet – „Wahrheit und Liebe müssen siegen über Lügen und Hass“ – soll auch unser Leitspruch sein.

Die Macht der Machtlosen, der Titel eines seiner Essays, hat mich gerade in der letzten Zeit beschäftigt. In unserer täglichen Arbeit unterstützen wir Menschen und auch uns selbst in alltäglichen Fragen und Herausforderungen.

Unserem Anspruch, Mut zu machen, den eigenen Weg zu finden und zu gehen, Menschen zu stärken – gegen die schier unmöglichen – und damit meine ich im Sinne von nicht möglich und unmöglich –  Menschen gegen diese unmöglichen Anforderungen verschiedener Seiten zu stärken, beständig zu sein und uns selbst treu zu bleiben, diesem Anspruch werden wir selten gerecht. Immer mehr habe ich ein „ungutes“ Gefühl dabei, wenn ich mir die Strukturen anschaue, in denen wir uns, ja ich möchte sagen, arrangieren müssen – als Organisation, aber auch als Menschen. Denn wir sind mit tausenden Dingen nicht einverstanden, versuchen Umwege zu finden, um Möglichkeiten für möglichst Viele zu schaffen, führen Gespräche, um uns in unserem Unmut aufzufangen, entwickeln Gedanken und Ideen – und dann? Auf einmal ein Stopp – erschlagen von der Macht der Mächtigen, und ich sage bewusst „der Mächtigen“, denn alle Ungerechtigkeiten sind menschengemacht, in den meisten Fällen von Männern mit Macht. Es ist uns bewusst, dass die Mächtigen ohne uns „Machtlose“ nicht so mächtig wären. Und das „ungute“ Gefühl basiert darin, dass ich manchmal denke, dass wir bestimmt in einzelnen Fällen Mut machen, Menschen stärken und auf jeden Fall unterstützen – aber für was? Für Strukturen, die wir selbst nicht gutheißen, unter denen wir selbst leiden. Die Ungerechtigkeiten bleiben bestehen und scheinen nicht aus der Welt zu denken, sie hatten ja auch eine lange Zeit, sich zu entwickeln und zu etablieren.

Oft wird gesagt „Aber ihr bekommt doch Förderungen und habt damit auch die Verpflichtung den Anforderungen der Gebenden Folge zu leisten.“ Ich denke, kein Staat kann sich Soziale Arbeit nicht nicht leisten. Und was bedeutet Soziale Arbeit? Soziale Arbeit heißt vor allem Menschen zusammenzubringen, sie nicht allein zu lassen, sie einzuladen, sich zu vernetzen, sich zu engagieren und sich solidarisch mit anderen zu verhalten – vor allem aber bedeutet Soziale Arbeit, Menschen darin zu stärken, die Freiheit für ihre eigene Lebensbiographie zu erlangen. Soziale Arbeit bedeutet nicht, Menschen kompetent zu machen, damit sie sich in die vermeintlich festgeschriebenen Strukturen eingliedern. Ein Teil von etwas zu sein, was mensch selbst nicht mitgestaltet hat und in den meisten Fälle auch nur sehr bedingt mitgestalten kann – wer möchte das?

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir den Mut und die Phantasie haben, außerhalb des Bestehenden zu denken und zu handeln. Eine Welt zu denken, die Gerechtigkeit nicht im Bezug auf die bestehenden Ungerechtigkeiten schafft, sondern sich für eine Welt zu engagieren, die gerecht ist – also auf Gerechtigkeit und nicht auf Ungerechtigkeit basiert. Was das heißt? Dazu lade ich alle ein – mit zu denken, mit zu handeln und es zu versuchen – denn was soll schon passieren? Das Schlimmste, was uns hier im Reichen Weißen Norden passieren kann, ist, dass wir unsere Illusionen verlieren – aber die meisten Menschen werden ohne die Möglichkeit eine Illusion zu entwickeln, geboren. Also lasst es uns einfach mal ausprobieren.

Wenn wir also in Zukunft gefragt werden „Was macht ihr eigentlich im Integrationshaus?“ Dann werden wir antworten – Die Welt verändern!

Mit einer Zeile aus dem Gedicht „Dem Frieden entgegen“ von Hermann Hesse, möchte ich schließen.

„Wollet! Hoffet! Liebet! Und die Erde gehört euch wieder.“

Vielen Dank!

Das Taunusstrassenfest war einfach toll! Danke an alle Beteiligten für die Zeit, die wir am Samstag den 08.09.2018 zusammen verbringen durften, für die wohlschmeckenden Speisen und für die stimmungsvolle Musik. Die Taunusstraße bleibt bunt!

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 25.08. und am 26.08.2018 fand im Integrationshaus e.V. eine Kunst-Ausstellung statt, die das Ergebnis eines einwöchigen Austausches junger Menschen aus Russland und Deutschland darstellte.

Die Ausstellung präsentierte Audio-, Video- und Fotoarbeiten sowie Malereien, die sich mit verschiedenen Verbindungslinien auseinandersetzen, die für das menschliche Selbstverständnis von zentraler Rolle sind. So wurde der Beziehung zwischen Menschen und Natur in vielfältiger Form nachgegangen. Alltägliche Interaktionen wurden in den Fokus genommen und unterschiedliche 

Phasen der persönlichen Entwicklung den Ausgangspunkt für spannende Zugänge und neue Perspektiven gebildet. 

Das Projekt ist von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch – eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Freien und Hansestadt Hamburg, der Robert Bosch Stiftung und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Link zur Stiftungsseite: www.stiftung-drja.de