20.06.2019, 11:00 – 18:00 Uhr, Vorplatz Hbf Köln, Domseite 

Kommt vorbei und lasst mal demokratisch sein!

Kundgebung!

Viele Menschen wollen und müssen in Deutschland ein neues Leben beginnen. Sie lernen neben der deutschen Sprache auch Politik, Kultur, Gewohnheiten. Das wird von ihnen, wenn nicht zwingend verlangt, so jedoch unbedingt erwartet.
Wir gehen davon aus, dass die Idee, Basics der Demokratie zu zeigen, zu lehren und zu probieren an sich brauchbar ist. Jedoch bezieht sie sich lediglich einseitig auf die zugewanderte Menschen. Wie aber steht es um die Deutschen?
Wahlergebnisse, Aussprüche sowie erklärte Ziele deutscher Politiker,*innen und auch die Themenwahl der meisten Medien drücken es deutlich aus: man kann es Rechtsruck nennen. Doch es ist klassenübergreifend, parteienübergreifend, altersübergreifend, und somit ist diese Bezeichnung eine verharmlosende: Vorurteile und Ausgrenzungsmechanismen gehören längst zur Mitte der Gesellschaft, sie sind Konsens.

Höchste Zeit, als freie Dozent*innen in Integrationskursen und solidarisch Verbündete diesen Konsens mit einem fetten Fragezeichen zu versehen. Was für die Deutschen selbstverständlich ist, gilt keinesfalls für alle, basiert oft auf falschen Annahmen und ignoriert Lebenswirklichkeiten, Nöte und Zwänge von Menschen aus anderen Ländern.

Mit unserer Kundgebung wollen wir Perspektivwechsel, Öffnung und Reflexion über unhinterfragte Denkweisen angehen. Lautsein inklusive.

Wann?

26.07./27.07./28.07.19, jeweils 10 bis 17 Uhr

Worum geht es?

Eine Minderheit entsteht nur, wenn es eine Mehrheit gibt und diese sich als solche begreift. In dem dreitägigen Workshop beschäftigen wir uns deswegen intensiv mit dem Thema „Mehrheit(en)“, wobei ein Verständnis von sozialer Mehrheit zu Grunde gelegt wird. Der Workshop baut auf Methoden des isrealischen Betzavta-Programms auf. Diese Methoden der politischen Bildung eröffnen den Teilnehmenden einen erfahrungsorientierten Zugang zu gesamtgesellschaftlichen Fragen. Gleichzeitig wird um die Themen in der Gruppe, stellvertretend für die Gesellschaft, demokratisch gerungen.

Mehr Informartionen zu Inhalten und zur Anmeldung gibt es hier:

Flyer

Die Interkulturellen Zentren engagieren sich seit bald über 50 Jahren für das interkulturelle Zusammenleben in der Stadt und fördern für und in Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationsgeschichte das gleichberechtigte und friedliche Miteinander aller in Köln. Interkulturelle Zentren sind somit wichtige Orte der Begegnung für Menschen verschiedener Lebenswirklichkeiten, unterschiedliche kultureller und sozialer Herkunft. Die Zentren arbeiten auf der Basis der kulturellen Gleichwertigkeit und gegenseitigem Respekt und setzten sich dafür ein, dass Mitwirkung und gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht werden.

„Mission possible! Einmischen – Mitmischen“ – so lautet das diesjährige Motto, das die Interkulturellen Zentren in der Stadt Köln für das Schwerpunktthema „Partizipation“ gewählt haben.Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen haben das Thema in unterschiedlicher Art und Weise aufgegriffen – und werden das auch in der zweiten Jahreshälfte tun.

Eine besondere Aktion bildet die interkulturelle Bustour „Unterwegs in Vielfalt“!

Von Osten nach Westen, vom Norden nach Süden – quer durch Köln organisieren die Zentren eine Tour – und machen vier Stopps, bei denen verschiedene Interkulturelle Zentren einen Einblick in ihre Arbeit – und somit in die Vielfalt unserer Stadt geben.

Am 14.09.2017, zwischen 13:30 – 18:00 Uhr findet die Tour statt!

Fahrkarten gibt´s unter:  vielfalt@ihaus.org

Und hier geht´s zum Flyer:

Unterwegs in Vielfalt

 

Das Projekt wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung im Rahmen der
Aktionen für eine Offene Gesellschaft

Liebe Mitmenschen, liebe Kölnerinnen und Kölner,

wir sind heute hierher zusammenkommen, um unsere Werte – Gleichheit, Menschenwürde und Menschenrechte zu verteidigen. Gerade jetzt ist es sehr wichtig, dass wir jeden Tag daran arbeiten, unsere Gesellschaft zusammenzuhalten. Überall entsteht Angst – Angst, die so manipulierend und einschränkend ist, dass sie einen ersticken kann – so sehr, dass man all die Werte vergisst, für die diese Gesellschaft und die Weltgemeinschaft Jahrzehnte lang gearbeitet und gekämpft hat. Mittlerweile hat diese Angst so viel Macht demonstriert, sodass wir nicht nur hier, sondern weltweit es mit einem aufsteigenden Nationalismus zu tun haben, der uns gefährlicher als alles andere werden kann. Wir brauchen eine solidarische und wertegebundene Gesellschaft, denn sonst werden wir den heutigen Herausforderungen dieser vernetzen und globalisierten Welt niemals standhalten können.

Wir müssen jeden Tag daran arbeiten – an uns selbst – an anderen Stellen – so wie hier und jetzt- dass diese Gesellschaft zusammenleben kann – mit Würde und Respekt. Es wäre leichtsinnig zu sagen, dass das leicht ist und dass es keine Probleme gibt. Aber ich glaube daran und ich glaube an diese Gesellschaft. Wir arbeiten wie viele andere jeden Tag daran. Ich weiß, wie viel Arbeit das bedeutet, aber es lohnt sich, dafür zu kämpfen. Denn welche Alternativen hätten wir sonst? Eine Gesellschaft, die Menschen nach Haar- und Hautfarbe „aussortiert“ und ausgrenzt? Eine Gesellschaft, die entgegen der grundlegenden Menschenrechte gegen ein Miteinander arbeitet?

Wir müssen uns mit dem Zusammenleben aller Menschen befassen, ob wir wollen oder nicht. Die Frage ist, welchen Weg wir nehmen.

So oft werden wir, wenn wir uns für ein gemeinsames Miteinander aussprechen, von jenen beleidigt, die selbst Freiheit und Rechte fordern, aber es nicht ertragen können andere Meinungen auch nur zu hören. Diese eingeschränkte Denkweise führt dazu, dass Rassismus und Hass mittlerweile ein derartiges Ausmaß genommen, der mir Angst macht.

Wir wissen, dass Rassismus keine reine individuelle Einstellung ist.

Rassismus ist auch ein System – ein System, dass unsere Gesellschaft strukturiert – in Menschen, die dazugehören und die, die nicht dazugehören. Deswegen sind es auch Institutionen und Strukturen, die Rassismus immer wieder hervorbringen und stabilisieren. Das haben wir gerade in diesem Jahr besonders an Sylvester zu spüren bekommen.

Doch was heißt das für uns? Für uns, die anders aussehen, aber nicht anders sind. Die vermeintlich wo anders herkommen, aber hier ihr zu Hause haben? Für Menschen, die nicht dem vermeintlichen 0815 Standard entsprechen – was dieser auch immer sein soll, die nicht dem Bild der Bilder im Kopf entsprechen, sei es, weil sie anders aussehen, sei es, weil sie anders lieben, sei es, weil sie anders leben…

Für uns bedeutet es, in einer Gesellschaft zu leben, in der es nicht die gleichen Chancen und nicht die gleichen Rechte für alle gibt.

Für uns sogenannten Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte heißt das, dauernd Fragen zu beantworten und dauernd in Frage gestellt zu werden. Duschen Sie auch mit dem Kopftuch? Schwitz schwarze Haut? Möchten Sie irgendwann zurück in ihre Heimat? Das sind noch harmlose Fragen – aber sie verletzen auch.

Überhaupt stellen wir fest – unsere Gesellschaft scheint zu zerbrechen.

Wir haben den „guten Ton“ verloren. Im Umgang miteinander, in Diskussionen, in der Presse…Wie konnte das passieren?

Es ist nicht so, dass es nicht schon vorher diskriminierende Aussagen, Handlungen, Gesetze gab – aber jetzt haben wir den Eindruck, dass jeden Tag die Grenze, was gesagt werden kann, verrutscht – und dass Gutmenschentum als Beleidigung gilt. Das kann, das darf nicht sein. Dass die AfD in das Parlament einzieht, dass macht vielen von uns Angst, das macht mir Angst. Aber ich möchte nicht, dass diese Angst gewinnt.

  • Was können wir tun? Wir finden, dass wir uns weiter anstrengen sollten!
  • Uns weiter bemühen, den guten Ton zu wahren und diesen auch einzufordern
  • Uns die Mühe geben, die Diskussionen auf Augenhöhe zu führen, egal wer unser Gegenüber ist
  • Uns auf dem Weg machen, demokratische Umgangsformen zu verteidigen Und weiter im Dialog blieben.

Wir wollen unser Zuhause nicht verlieren. Denn wir sind hier zu Hause – und das ist auch gut so!

Unser Projekt Mach mit Engagement lernen und leben ist nun zu Ende – aber wir machen weiter und halten Euch auf dem Laufenden.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Engagierten, bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern und bei allen Besucherinnen und Besuchern!
Und hier kommt unser Abschlussfilm: Warum Mach mit!

Videoproduktion: Salman Abdo


Eine humane Gesellschaft lebt vom demokratisch-gesellschaftlichen Engagement aller ihrer Bürger. Mit Bürgerbeteiligung wird eine breite Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen erreicht und damit die Möglichkeit zu einer größeren Chancengleichheit eröffnet. Bürgerarbeit baut vor allem auf freiwilligem Engagement auf. Zur Aktivierung des freiwilligen Engagements bedarf es offener Angebote und bedarfsorientierter Konzepte. Gerade in Bezug auf die Partizipation von Migranten in der Freiwilligenarbeit sind Anfrage- und Angebotsstrategien gefragt, die sich an den Lebenswelten dieser orientieren.

Ziele
Hauptanliegen des Projekts „Sei dabei! Für Dich – Für Mich – Für Alle!“ ist die Schaffung einer Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten, sowie für soziale Einrichtungen, Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen rund um das Thema Ehrenamt. Dabei verfolgen wir folgende Ziele: 1. Die Förderung des ehrenamtlichen Engagements bei Migranten. 2. Die Unterstützung der Konzeption, Implementierung und Etablierung des freiwilligen Engagements von Migranten in „etablierten“ Einrichtungen. 3. Die Förderung der Kooperation und des Austausches zwischen Migrantenorganisationen und „etablierten“ Organisationen in Bezug auf das freiwillige Engagement. 4. Die Förderung der gegenseitigen positiven Wahrnehmung und der Willkommenskultur. Vor allem Teilnehmende von Integrationskursen sollen das Ehrenamt kennenlernen und damit die Möglichkeit bekommen, zu einem die Sprache zu lernen und das Gelernte im Alltag umzusetzen als auch die Chance, Kontakt mit der Mehrheitsbevölkerung zu bekommen und sich für ihre “neue“ Heimat einzusetzen.

Zielgruppen

In unserem Vorhaben stehen zwei Zielgruppen im Vordergrund. Zum einen Teilnehmende aus Integrationskursen und zum anderen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sozialer Einrichtungen.

Konzept
Das Empowermentkonzept dient dabei als Grundlage für die Ausgestaltung der Projektinhalte. Damit stehen Selbstbefähigung und Stärkung der Eigenkräfte bzw. der Kompetenzen im Vordergrund. Bei an Defiziten ausgerichteten Konzepten wird die Zielgruppe einer Wahrnehmung unterzogen, die vor allem auf Schwächen, Mängel und Unfertigkeiten in ihrer biographischen Entwicklung hinweist. Empowermentkonzepte haben einen anderen Fokus. Menschen, die Unterstützung beanspruchen, werden nicht „nur“ als hilfebedürftige Personen wahrgenommen, sondern als Akteure, die über Fähigkeiten verfügen, ihr Leben in eigener Regie zu gestalten. Oft nehmen Migrantinnen und Migranten die Angebote von vor allem sozialen Einrichtungen in Anspruch, haben jedoch nicht das Hintergrundwissen um das viele ehrenamtliche Engagement, das dahinter steckt. Durch ihren Einsatz bekommen sie den Einblick in die “Kultur des Ehrenamts“ in Deutschland.

Gleichzeitig wird die positive Wahrnehmung der Migrantinnen und Migranten gefördert und Vorurteile und Berührungsängste abgebaut. Nicht zuletzt wird durch die frühe Einbindung in das soziale Leben in Deutschland, die Möglichkeit geschaffen, ggf. in den Einsatzfeldern auch Arbeitsangebote zu schaffen, die eine erfolgreiche Integration positiv unterstützen.

Organisation

Es handelt sich um ein operatives Projekt der Stiftung KalkGestalten in Kooperation mit dem Integrationshaus e.V. Die Stiftung KalkGestalten fungiert dabei als Projektkoordinierungsstelle, die in Kooperation mit der Migrantenorganisation Integrationshaus e.V., über das Projekt informiert, Teilnehmende für das Projekt gewinnt und die konkreten Ehrenamtsprojekte begleitend unterstützt. Das Projekt hat im Januar 2013 gestartet und wird bis heute fortgeführt. Durch unser im Projektverlauf aufgebautes Netzwerk an Ehrenamtlern sowie Kooperationseinrichtungen, können wir auf eine Vielfalt an Ressourcen und Kompetenzen zurückgreifen, die ein Fortbestehen des Projektes garantieren.

 

Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit

Den größten Nachhaltigkeitsfaktor bilden vor allem unseren Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler. Denn sie bringen ihre Erfahrungen in ihre jeweiligen Migranten-Communities ein und tragen zur Verbreitung des Projektes bei. Die Projektinhalte werden evaluiert, dokumentiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt – so können die Ergebnisse, Ideen und Anregungen des Projekts in andere Organisationen und Ehrenamtsprojekte einfließen und vor Ort zielgruppenorientiert umgesetzt werden. In einige Fällen haben wir unsere Projekterfahrungen in Form von Präsentationen und Beratungsgesprächen weitergeben können.

Dieser Film ist im Rahmen des Projekts „Demokratie Leben Lernen. Herausforderungen für die Jugendsozialarbeit in ländlichen Räumen“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V. entstanden. Gefördert wurde das Projekt im Zeitraum 01.10.2007 – 30.09.2011 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Das Projekt wurde kofinanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.